Skip to main content

Ungekünstelt, doch verträumt und sanft. Ohne zu zögern präsentiert Julia Heart ihre eigenartig-einzigartige Stimme auf ihrer ersten Soloplatte.

Aufgewachsen im Luzerner Hinterland gründete die Schweizer Musikerin – mit bürgerlichem Namen Julia Herzog – die erste Band als Teenager. Mit ihrer Blues-Rock-Band The Konincks tourte sie mehrmals durch den Kontinent. Nachdem sich die Band Ende 2018 auflöste, begibt sich Julia Heart nun auf Solopfade und schielt über den grossen Teich.

Raue Sanftheit

Auf ihrer ersten Veröffentlichung finden sich vier Americana-Lieder aus eigener Feder. Entstanden sind melodische Songs, inspiriert von einer Dekade Blues, Rock'n'Roll und dem Wunsch den Melodien mehr Raum zu lassen. Die bretternden Gitarren-Riffs hat sie hinter sich gelassen. Was bleibt sind eingängige Melodien, durchdachte Texte und Julias rauchige, warme Stimme mit grossem Wiedererkennungswert. Bei den vier Songs bleibt man hängen und sie finden den Weg in die tägliche Playlist.

Thematisch widmet sich Julia Heart auf ihrem selbstbetitelten Erstlingswerk vielerlei sozialkritischen Themen und beweist einmal mehr ihr Händchen dafür, Pointen lyrisch auf den Punkt zu bringen. In «Forever Means No More», dem Einstiegssong, singt sie gelassen: «It's a funny thing when you said you live out loud, for what I hear it's a dry mouth and a sad heart». Nebst der Lyrik gewinnt die von Sebastian Meyer (u.a. Musiker bei Crimer, Granular) produzierte EP mit unverkennbarem Americana-Charme. «Jungle» fliesst mit einer unbeschwerten Leichtigkeit dahin, was einen Kontrast zur beseelten Stimme gibt. «For E.» zeigt einmal mehr, dass nur wenige Akkorde und eine Stimme reichen, um unter die Haut zu gehen. «Aron» erinnert an Songs von Bonnie Raitt oder Robert Francis.

Das Spiel mit den sanften Melodien und der rauen Stimme beherrschte Julia Heart schon bei ihrer vorherigen Band The Konincks – umso mehr jedoch bei ihrem Soloprojekt. Die neue, raue Sanftheit wurde eingeläutet und wird weit in die Welt hinausgetragen.

Ab ins Musik-Mekka

Nach fast 200 gespielten Konzerten in Europa zieht es Julia Heart in die Musikstadt schlechthin: Nashville. Für einige Monate wird sie dort wohnen, musizieren, Kontakte knüpfen. Sicherlich keine schlechte Idee ihre am Folk orientierte Musik in dessen Heimatland zu präsentieren. Man darf gespannt sein, auf welchen Bühnen man Julia Heart in Zukunft antreffen wird.

Downloads